Für gesunde Lebensmittel, echte Regionalität und nachhaltige Kulturlandschaften

LandWIRtschaft in Würflach ist eine Arbeitsgemeinschaft von Bäuerinnen und Bauern aus den Ortsteilen Hettmannsdorf, Wolfsohl und Würflach, die Sie gerne über die örtliche Land- und Forstwirtschaft, unsere Arbeitsweisen und die damit verbundenen Herausforderungen informieren wollen. Unsere Website wird laufend erweitert und aktualisiert, um Sie an unserer Arbeit teilhaben zu lassen. 

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Wir wollen Ihnen mit unseren Info-Newslettern, unserer Website sowie gemeinsamen Feldbegehungen, einen Einblick in die Produktion und die Kreisläufe von Anbau bis zur Ernte, bzw. von der Aufzucht bis zur Schlachtung, ermöglichen! Nutzen Sie unser Angebot und treten Sie mit uns in Dialog, für einen zukünftig – gegenseitigen – wertschätzenden
Umgang miteinander!

Damit wir unsere vielfältige Kulturlandschaft für die Zukunft sichern.

Wir freuen uns auf Ihr/Euer kommen!


Wir stellen unsere Felder, die Bewirtschaftungsweisen und die damit verbundene Pflanzenvielfalt vor. Sie bekommen einen Einblick, was eine Fruchtfolge ist und warum diese für die Fruchtbarkeit unserer Böden und die Gesundheit unserer Pflanzen so wichtig ist und Erfahren mehr über die Pflanzenernährung und Düngung.

Treffpunkt: Kindergarten Hettmannsdorf
Datum: Sonntag, 18. Juni 2023
Uhrzeit: 14:00 Uhr

Kontakt: 
Michael Speringer 0664/1201292 
Hannes Woltron 0664/1518036

Was macht der Landwirt im Juni? 

Die Tage sind schon herrlich frühsommerlich und endlich kann die erste Mahd auf den Wiesen statt finden. 

Die Naturschutzabteilung der NÖ Landesregierung steuert mit Ihren Vorgaben die Nutzungstermine ganz im Sinne unserer Nützlinge und Insekten. Denn die Wiesen sind ganz wichtige Rückzugsräume in der Kulturlandschaft.

Mais, Sorghum und Hirse werden immer erst spät gesät, sie bekommen in diesen Tagen ihren Pflanzenschutz, während die wärmeliebenden Erdäpfel schon prächtig wachsen.

Jetzt ist in vielen Fällen auch echte Muskelkraft gefragt, denn das Gemüse wird bei uns meist im kleinstrukturierten Anbau von Hand gehackt und gepflegt. Dabei treffen wir leider regelmäßig auf einen alten Bekannten, den Erdäpfelkäfer.


Vorbei ist nun auch der Winterschlaf unserer Mähdrescher, sobald das richtige Abreifewetter da ist wird die Wintergerste geerntet.

Was macht der Landwirt im Mai? 

Der letzte Regen kam gerade noch rechtzeitig und die mittlerweile milderen Temperaturen regen das Wachstum am Feld und Grünland an. 

Der kürzlich angebaute Mais und die Sonnenblumen sind bereits im Keimblattstadium. 
Wärmeliebende Kulturen wie Sorghum und Rispenhirse werden jetzt noch angebaut.

Das Getreide befindet sich vielfach ab Mitte Mai im Ährenschieben. 
Beim Weizen erfolgt noch eine abschließende Stickstoffdüngung, um die von den Mühlen geforderten Qualitätskriterien zu erreichen. Wenn notwendig, wird das Getreide noch mit einem chemischen Fungizid bzw. Insektizid vor Verpilzung und vor Schädlingen geschützt.

Ende Mai wird auch meist schon mit der Feldfutterernte begonnen und Kleegras oder Luzerne zu Siloballen gepresst. Speziell beim 1. Schnitt muss darauf geachtet werden, dass dieser nicht zu spät erfolgt und man damit das Eiweiß vom Feld weg gut in der Grundfutterration erhält. So können Eiweißfuttermittelexporte aus Übersee eingespart werden.

'Wo Schwalben nisten, wohnt das Glück' 

Es gibt sie also doch noch - oder besser, NATÜRLICH gibt es sie noch: die Rauchschwalben!

Sie sind bereits aus dem Winterquartier zurückgekehrt und beginnen, sich vor allem in den Ställen tierhaltender landwirtschaftlicher Betriebe häuslich einzurichten.
Als natürliche Insekten- und Fliegenbekämpfung sind sie gern gesehene Gäste.
Und wenn sich winzige hungrige Schnäbelchen im Nest zeigen und die Eltern hin und her flitzen, um den Nachwuchs zu versorgen, zaubern sie jedem ein Lächeln ins Gesicht. So macht die Stallarbeit gleich doppelt Spaß! 

Was macht der Landwirt im April? 

Aufgrund der milden Temperaturen ist das Pflanzenwachstum bereits in voller Fahrt.

Zeitgerecht ausgesäte Winterkulturen wie Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale, Winterweichweizen und Dinkel haben die Bestockungsphase abgeschlossen und beginnen bereits mit dem Längenwachstum, dem sogenannten Schossen.

Bei Getreide, das für die eigene Tierhaltung verwendet wird, wird nun die Düngung mit einer letzten Stickstoffgabe abgeschlossen. Sofern noch keine Beikrautregulierung durchgeführt wurde, gibt es jetzt noch die Möglichkeit dazu.

Frühjahrskulturen wie Sonnenblumen, Lein, Mais, Hirse, Sorghum etc. werden in den nächsten Wochen angebaut. Hierbei ist bei der jeweiligen Kultur auf ausreichende Bodentemperatur und die Toleranz von Spätfrösten zu achten.

Beliebtes Gemüse wie Erdäpfel, Karotten, Fisolen, Kürbisse und Zucchini können jetzt auch schon angebaut werden.

Pflege des Grünlands im Frühjahr 

Ähnlich wie im Garten im Frühjahr der Rasen kultiviert wird, wird auch unser Grünland fit gemacht, um gute Grundfuttererträge für unsere Tiere zu erhalten.
Durch den Einsatz einer Wiesenegge wird Moos herausgerissen und zugleich werden die Gräser etwas geschädigt und dadurch zum vermehrten Wachstum angeregt. Gleichzeitig werden Maulwurfshügel eingeebnet, wodurch die Futterverschmutzung reduziert wird.

Was macht der Landwirt im März? 

Im März beginnt in unserer Region die Vegetationszeit und auf den Feldern sind wieder vermehrt landwirtschaftliche Geräte und Traktoren im Einsatz. Die Ackerflächen werden beispielsweise für die Einsaat von Sommergetreide sowie anschließend für Erbsen, Ackerbohnen und Sonnenblumen vorbereitet. Dazu werden die Begrünungen oberflächig eingearbeitet, um ein möglichst feinkrümeliges Saatbeet herzustellen und der jeweiligen Kultur ideale Startbedingungen zu geben. Oberstes Ziel, um die Verdunstung zu verringern und Wasser einzusparen, ist immer: soviel wie notwendig und so wenig wie möglich.

Bei der Aussaat der jeweiligen Ackerkultur ist neben dem idealen Saatbeet auf den richtigen Saatzeitpunkt (Bodenwärme, Bodenfeuchte, Spätfröste!), die richtige Saattiefe und eine angemessene Saatstärke achtzugeben. Beim Getreide werden in der Regel ca. 350-400 Körner/m2 ausgesät. Bei Sonnenblumen ca. 60-70 Körner/m2.

Auch am Grünland beginnt die Grasnarbe grüne Spitzen zu treiben. Gleichzeitig wird durch oftmals viele kleine Erdhügel die Arbeit der Maulwürfe ersichtlich. Um gute und saubere Grünfutterbestände zu bekommen, werden die Wiesen mit einer sogenannten „Wiesenegge“ mit erhöhter Geschwindigkeit „abgehobelt“. Durch die gezielte Schädigung der Grasnarbe unter möglichst trockenen Bedingungen wird diese zur Bestockung und zu einem Mehraustrieb angeregt. Gleichzeitig werden Maulwurfhügel eingeebnet und im Herbst ausgebrachter Mist fein zerrieben, um besser zu verrotten. 

Untersaatanbau in Wintergetreide mit Hackstriegel im zeitigen Frühjahr hat viele Vorteile: 

🚜 arbeitswirtschaftlich ist es eine einfach handelbare, preiswerte Nährstoffrecycling-Maßnahme 

🚜 nach der Ernte der Hauptfrucht kann sich die Untersaat unmittelbar ohne Bodenbearbeitung in den Stoppeln etablieren und mehrere Wochen Zeitvorsprung im Vergleich zur klassischen Begrünung ausnutzen 

🚜 die damit verbundene Bodenruhe wirkt sich positiv auf das Bodenleben aus

🚜 es erfolgt an heißen Sommertagen eine aktive Temperaturregulierung und somit immense Reduktion der Kohlenstoff-Ausgasung

🚜 eine Stabilisierung des Bodengefüges durch aktive Durchwurzelung und somit beachtlich weniger bis gar keine Erosion bei sommerlichen Starkregen-Ereignissen

🚜 eine Verbesserung der Tragfähigkeit des Bodens bei feuchten Bedingungen

🚜 eine eventuelle Grünfutternutzung

🚜 maximale Photosyntheseleistung aufgrund des fast durchgehenden Bewuchses

Was macht der Imker zu Beginn des Jahres?

Im Jänner und Februar sollte man denken, gibt es bei den Imkern nicht viel zu tun. Ganz so ist es aber nicht. 
Die Bienenstöcke müssen mindestens einmal in der Woche besucht werden, um Totenfall aus den Beuten zu entfernen, der Varroabefallsgrad wird überprüft, etwaige Schäden durch Sturm, Mäuse oder Specht müssen beseitigt werden. 

Wichtig ist, dass das Flugloch regelmäßig von toten Bienen und eventuell Schnee befreit wird, da es immer offen sein muss. 

Was ist Totenfall? 
Darunter versteht man abgestorbene Bienen, welche aus den Zwischenräumen der Waben auf den Beuteboden fallen. Meist entfernen die Bienen bei schönem Wetter die toten Schwestern selbst aus dem Stock. Es kann aber bei großer Varroabelastung vorkommen, dass so viele Bienen abfallen, dass das Flugloch verlegt wird. 

Was ist Varroa? 
Varroa sind Milben, die vor allem auf der Brut (= den Maden) der Bienen leben und diese bei einem hohen Befallsgrad massiv schädigen. Dies kann zu einer Schwächung oder im schlimmsten Fall zum kompletten Absterben des gesamten Volkes führen. 
Der Varroabefall kann mittels einer sogenannten Stockwindel kontrolliert werden. Darunter versteht man beispielsweise eine flache Kunststofftasse mit Gitterabdeckung, welche in den Beuteboden eingeschoben wird. Dabei lässt sich durch die tägliche Anzahl von toten, abgefallenen Varroamilben der Befallsgrad ermitteln. 

Ferner ist der Winterfuttervorrat zu kontrollieren. Entweder wird mittels einer Federwaage oder durch kurzes Anheben der Beute das Gewicht festgestellt. Wer im Herbst zu wenig gefüttert hat, muss nun eine sogenannte „Notfütterung“ durchführen, um das Verhungern des Volkes zu vermeiden. 

Zuhause laufen die Vorbereitungen für die nächste Saison. Es werden Mittelwände hergestellt und in die neuen oder in die gebrauchten und gereinigten Rähmchen eingelötet.

Ausbringen des Düngers bei Morgenfrost

Morgenfrost sorgt kurzfristig für einen tragfähigen Boden und dieser wird durch Auftauen am Tag des Düngerausbringens aufnahmefähig. Im Herbst angebautes Wintergetreide kann so frühzeitig durch hofeigenen Wirtschaftsdünger mit Nährstoffen versorgt werden. Durch den Frost gibt es nur geringe Stickstoffverluste, wenig Geruchsbelästigung und geringe Bodenverdichtungen.

Was macht der Landwirt im Februar?

Die Tage werden wieder länger. Die geplanten Holzschlägerungsarbeiten in den Bauernwäldern gehen aufgrund des leider geringen Niederschlags in Form von Schnee und Regen zügig voran. Das große Niederschlagsdefizit bereitet uns aber enorme Sorgen. Die fehlende „Winterfeuchte“ wird sich sehr negativ auf unsere Felder und Wälder auswirken.

Die neue EU GAP (Gemeinsame Agrar Politik) Förderperiode hat mit dem Jahreswechsel begonnen. Dazu werden nun laufend seitens der Landwirtschaftskammern Informationsveranstaltungen zu den neuen Maßnahmen und deren Einhaltung abgehalten. Schließlich muss der neue Förderantrag bis 17. April 2023 korrekt eingereicht werden.

Auf den Feldern ist es im Großen und Ganzen noch ruhig, in den Büros der Landwirte jedoch findet schon die intensive Planung des Frühjahrsanbaus statt. Dazu müssen das passende Saatgut und die richtigen Sorten für den jeweiligen Standort ausgewählt und gekauft werden.

Sobald es die Witterung und die Bodenverhältnisse zulassen, werden ab Mitte/Ende Februar die ersten Wirtschafts- und Mineraldüngergaben auf die bereits im Herbst bestellten Wintersaaten ausgebracht.

Einige Landwirte, die das Obst der Streuobstwiesen selbst zur vergorenen Maische verarbeitet haben, sind jetzt noch dabei, diese zu hochprozentigen Edelbränden zu veredeln. Wenn es nicht zu viele Grade unter Null hat, werden auch schon unsere Obstbäume durch den richtigen Schnitt fit für die neue Saison gemacht.

Im Hettmannsdorfer Weingarten, der nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet wird, schützt und stärkt eine Behandlung mit Paraffinöl im Jänner oder Februar die Weinstöcke. Für den Rebenschnitt ist im Jänner oder Februar, wenn geht bei abnehmendem Mond, der richtige Zeitpunkt. Der Wein und der Most in unseren Kellern ist fertig gereift und wird nach Bedarf in Flaschen gefüllt. 

Was macht der Landwirt im Jänner?

Die ruhigen Tage auf den Feldern werden von den Landwirten genutzt, um die Stallungen, die Hofanlagen und die Gerätschaften zu warten und für die nächste Saison auf Vordermann zu bringen.

Viele Landwirte sind momentan auch im Wald tätig und schlägern Brennholz für die kommenden Winter, aber auch schlagreifes Starkholz, das als Schnittware für die Bauindustrie dient.

Das milde Wetter wird ebenso genützt, um die nötige Pflege sowie Erziehungsschnitte mit einem Winterschnitt an Obstbäumen in unseren Haus- und Streuobstgärten durchzuführen.

Zwischenzeitlich nehmen viele Landwirte an dem vielfältigen Weiterbildungsprogramm teil, um ihr Fachwissen auf den neuesten Stand zu bringen. 

Der Verein „Die Bäuerinnen“ bietet regelmäßig interessante Kurse für alle Lebensbereiche im ländlichen Bereich an. Infos dazu findet ihr unter www.baeuerinnen-noe.at/neunkirchen

Mit 31. Jänner endet außerdem die Winterfrist für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger für Kulturen mit frühem Stickstoffbedarf wie Wintergerste oder Winterraps. 

Ab 1. Februar dürfen also wieder auf nicht durchgefrorenen und schneefreien Böden hofeigene Wirtschaftsdünger wie Gülle, Mist oder Jauche ausgebracht werden. Somit können die Pflanzen im Frühjahr mit den wichtigen Grundnährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kalium aus dem am eigenen Betrieb anfallenden wertvollen Wirtschaftsdünger versorgt werden.

Feldbegehung am Donnerstag, 16. Juni 2022

Treffpunkt um 14:00 Uhr am Sportplatz Würflach, Dauer ca. 2 Stunden. 
Wir stellen unsere Felder, die Bewirtschaftungsweisen und die damit verbundene Pflanzenvielfalt vor. Sie bekommen einen Einblick, was eine Fruchtfolge ist und warum diese für die Fruchtbarkeit unserer Böden und die Gesundheit unserer Pflanzen so wichtig ist und Erfahren mehr über die Pflanzenernährung und Düngung.

Feldtafeln mit Informationen zu unseren Ackerkulturen

Leider konnten wir aufgrund der Covid-19- Beschränkungen unsere geplanten Flurwanderungen noch nicht durchführen. Alternativ haben wir nun „Feldtafeln“ aufgestellt, die Sie über einige Ackerkulturen auf unseren Feldern informieren.

Presstage mit dem Schneebergland Saftmobil

Die erfolgreichen Presstage in Würflach die der Bauernbund Hettmannsdorf seit vielen Jahren für die Bevölkerung anbietet, waren Anregung für den Verein Obst im Schneebergland eine Mobile Mosterei für die Region anzuschaffen. Dank Leader-Förderung, Unterstützung der Gemeinden und der aktiven Mitgliederbetriebe des Vereins ist es gelungen, dieses Projekt umzusetzen.


„Wir für Bienen“

Mit der Kampagne „Wir für Bienen“ wurde mit der „Gesunden Gemeinde“, den Bauern und Bäuerinnen und den Kindern aus Würflach ein gemeinsames Projekt gestartet. Unser Niederösterreich ist mit seinen Wäldern, Flüssen und Wiesen das Naturland Nummer eins. Und damit das auch so bleibt, ist es wichtig auf Insekten und vor allem auf Bienen gut acht zu geben. Deshalb wird in diesem Projekt eine Wildblumenwiese gepflanzt, die Artenvielfalt unserer Wildblumenwiese den Kindern nähergebracht, eine Rätsel Rally durchgeführt, ein Bienenhotel aufgestellt und einen Würflacher Imker besucht.